
Endlich Ruhe! Nach der Hektik im Büro in frischer Luft durchatmen, abschalten und den Blick schweifen lassen - über imposante Berge, in grüne Täler und auf klare Gebirgsseen. Für viele Menschen ist ein Urlaub in den Bergen der Gipfel der Entspannung. Und wie die Höhenstudie AMAS zeigt, lassen die Urlauber nicht nur tüchtig die Seele baumeln, sondern ziehen auch großen gesundheitlichen Nutzen aus ihrer Wanderleidenschaft.
60 Millionen Menschen zieht es jährlich in die Alpen, wo sie Wohlgefühl und Erholung suchen. Welche Auswirkungen ein Aktivurlaub in den Bergen auf den menschlichen Organismus hat, wurde jetzt in der Austrian Moderate Altitude Study, AMAS 2000, untersucht. Durchgeführt hat die auf zwei Jahre angelegte Studie das Forschungsinstitut Humpeler und Schobersberger in Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck: 100 Testpersonen unternahmen dabei über drei Wochen hinweg unterschiedlich lange Bergwanderungen in einer mittleren Höhe zwischen 1.500 und 2.500 Metern. Also in einer Region, in der sich das Gros der Bergurlauber aufhält.
Das Ergebnis: Nach drei Wochen Aufenthalt in der moderaten Höhe kam es zu einer Verbesserung des Fett- und Zuckerstoffwechsels, einer Verringerung des Körpergewichts um zwei, drei Kilogramm und bei Betroffenen zu einem deutlichen Abfall von erhöhtem Blutdruck. Auch der Sauerstofftransport durch die roten Blutkörperchen verbesserte sich. "In Höhenlagen ist der Körper gezwungen, seine Reserven zu aktivieren, Der menschliche Organismus registriert den moderaten Sauerstoffmangel - die milde Hypoxie - und kurbelt seine Aktivitäten kräftig an." Dann folge eine Drosselung dieser stärkeren Aktivitäten und damit eine Ökonomisierung. Professor Humpeler vergleicht den Vorgang mit einem Motor: "Zuerst dreht er auf, um voll auf Leistung zu kommen, dann aber am Ende eines Höhenaufenthaltes läuft er ruhiger, mit niedrigerer Drehzahl, erbringt dabei aber die gleiche oder sogar die bessere Leistung."
Sauerstoffabgabe verbessert sich Auf das Wandern in den Bergen übertragen, heißt das: Obwohl der Organismus in der untersuchten Höhe durchaus ausreichend Sauerstoff hat, bilden sich mehr junge, rote Blutkörperchen, ohne dass deren Gesamtzahl steigt. Das Blut bewahrt so seine normale Konsistenz. Der Sauerstoffabgabe an die Zellen verbessert sich jedoch markant.
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